Symptome,  Was essen?

Was hat Essen mit Schmerzen zu tun?

Was hat Essen mit Schmerzen zu tun?

Eine Hypoglykämie oder Kohlenhydratunverträglicheit kann Schmerzen, Erschöpfung und Reizbarkeit auslösen.
 

Vor allem Kopfschmerzen, aber auch jede andere Art von Schmerzen können durch eine Hypoglykämie verstärkt werden.

Es lohnt sich also, den Körper genauer zu beobachten, wie er mit verschiedenen Lebensmitteln zurecht kommt.

Welche Symptome kennst du?

  • Leidest du unter Heißhungerattacken?
  • Bist du nach dem Essen oft müde?
  • Wirst du gereizt, wenn du längere Zeit nichts zu essen bekommst?
  • Hast du Taubheitsgefühle in Fingern und Zehen?
  • Bekommst du nach dem Essen Herzrasen?
  • Musst du häufig am Tag etwas essen?
  • Bekommst du Kopfschmerzen nachdem du Nudeln oder Brötchen gegessen hast?

Diese Symptome können ein Hinweis darauf sein, dass du entweder unter einer Hypoglykämie oder einer Kohlenhydratunverträglichkeit leidest.

 Was ist Hypoglykämie?

Hypoglykämie bedeutet, ganz einfach und in Laiensprache ausgedrückt: Deine Bauchspeicheldrüse hat Stress.

Sie ist überfordert und schüttet zu viel Insulin aus, wenn Kohlenhydrate/Zucker bei ihr ankommen.

Es droht eine Insulinresistenz, das bedeutet, deine Bauchspeicheldrüse produziert zwar im Moment noch genügend Insulin, die Zellen reagieren aber nicht mehr auf das Insulin. Und Zucker wird nicht mehr vollständig verwertet.

Die Folge könnte Diabetes sein. Bevor es zu Diabetes kommt, versucht die Bauchspeicheldrüse aber immer mehr Insulin zu produzieren, um die Glucose (Zucker) in die Zellen zu schleusen.

In diesem Zustand befinden sich Hypoglylämiker.

Hypoglykämie

Die einfachste Methode, festzustellen, ob du eine Hypoglykämie hast, ist Kohlenhydrate wegzulassen.

  • Ist es für dich undenkbar, komplett auf Süßes, Zucker, Nudeln, Reis und Kartoffelgerichte zu verzichten?

Dann solltest du misstrauisch werden. Eine Abhängigkeit von Süßem ist schon verdächtig. Du kannst einen einfachen Test starten:

  • Lasse drei Wochen alles weg, was deinen Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben könnte.
  • Beobachte, wie es dir geht, sobald die ersten Zucker-Entzugserscheinungen weg sind.

Es kann sein, dass du die ersten drei Tagen gierig auf Süßes bist, dann sollte es sich legen. 

Achte darauf, dass du dich trotzdem satt isst. 

Besonders, wenn du seither deinen Kalorienbedarf zum Teil mit Säften und Keksen oder anderen Süßigkeiten gedeckt hast, musst du jetzt mehr Käse, Fleisch und Gemüse essen. Nimm mehr Öl an dein Essen, damit du satt wirst.

Es ist übrigens keine gute Idee, den Kohlenhydratverzicht sofort mit einer (heimlichen) Abnehmkur zu verbinden. Vielleicht möchtest du gerne ein paar Kilos verlieren, aber es ist nicht gut, deinen Körper sofort mit beidem zu attackieren: weniger Kohlenhydrate UND weniger Kalorien.

Sobald du nämlich die Kohlenhydrate reduzierst, hat dein Körper sehr viel zu tun. Er muss den gesamten Stoffwechsel umstellen und das dauert circa drei Wochen.

Er schaltet nur ganz langsam vom Kohlenhydratstoffwechsel in einen Fettstoffwechsel um.

Dabei verlierst du gleich mal ein paar Kilo Wasser und auch etwas Fett. Aber gib deinem Körper bitte Zeit, sich daran zu gewöhnen. Sehr wahrscheinlich nimmst du von alleine ein bisschen ab und solltest dich nicht mit einer Radikalkur stressen.

Was passiert mit weniger Kohlenhydraten?

Ganz einfach gesagt: Deine Bauchspeicheldrüse geht in Urlaub und erholt sich!

Das hat große Effekte auf deinen Körper, wenn du von Hypoglykämie betroffen bist.

  • evtl. spürst du mehr Energie
  • kannst besser schlafen
  • bist weniger erschöpft
  • manche Schmerzen verschwinden, besonders Stirnkopfschmerzen lassen nach
  • taube Finger oder Zehen werden wieder lebendig
  • Nervosität und Gereiztheit kann nachlassen
  • du verlierst nicht mehr so schnell die Nerven
  • du kannst dich besser konzentrieren
  • Wassereinlagerungen im Gesicht, Händen und am Körper verschwinden

Es lohnt sich also, bei Verdacht, diese Ernährungsumstellung auszuprobieren.

Die ersten Verbesserungen treten bei den meisten Menschen relativ schnell auf. Es kann sein, dass du es schon nach wenigen Tagen bemerkst.

Dann ist es ratsam, die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel 2-3 Monate komplett wegzulassen, damit sich deine Bauchspeicheldrüse erholen kann.

Danach kannst du vorsichtig mit kleinen Portionen ausprobieren, welche Kohlenhydrate und welche Mengen davon du wieder verträgst.

Menschen mit einer starken Hypoglykämie müssen die meisten Kohlenhydrate weglassen. Sie können maximal 1-3 Scheiben Brot pro Tag essen. 

Wenn es dir mit stark reduzierten Kohlenhydraten deutlich besser geht, wird es dir leicht fallen, diese Ernährungsform beizubehalten. Der Gewinn ist groß!

Es gibt viele schmackhafte Rezepte mit denen man nicht das Gefühl hat, auf alles verzichten zu müssen.

Sollte deine Hypoglykämie nicht sehr ausgeprägt sein, dann kannst du hin und wieder einen Tag einlegen, an dem du mehr Kohlenhydrate essen kannst. 

Es ist auf jeden Fall gut, zu wissen, was du für deinen Körper tun kannst, wenn du merkst, dass du auf Essen mit Beschwerden reagierst.

Wichtig!

In den seltensten Fällen ist allein das Essen von Kohlenhydraten für Schmerzen und Erschöpfung verantwortlich.

Meistens geht die Hypoglykämie oder eine latente Hypoglykämie mit einer Fibromyalgie einher.

Fibromyalgie und Hypoglykämie

  • 30% der FirbomyalgiepatientInnenen haben zusätzlich eine Hypoglykämie.
  • Die Symptome können sich überschneiden und die Hypoglykämie ist daher nicht einfach nachzuweisen.
  • 70%, also fast Dreiviertel, sind jedoch mehr oder weniger von einer Unverträglichkeit auf Kohlenhydrate betroffen.

Diese Menschen sind nicht hypoglykämisch im medizinischen Sinn, da sie die akuten Symptome der Hypoglykämie nicht erleben.

Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und damit die Beschwerden der Hypoglykämie zu reduzieren.  

Doch Vorsicht: Viele sind am Anfang so euphorisch, dass sie die Guaifenesintherapie und die Diät gleichzeitig beginnen.

Dazu rate ich nicht. Besonders dann nicht, wenn du gleichzeitig an einer Essstörung leidest oder gelitten hast.

Da es den Betroffenen mit der Guaifenesineinnahme zuerst schlechter geht, sogar gehen muss), ist es schwierig zu erkennen, ob die Reduktion der Kohlenhydrate eine Verbesserung bringt. 

Besser wäre es, entweder erst seine Dosis zu finden und dann die Diät auszuprobieren, oder zuerst die Diät für 3 Wochen auszuprobieren und dann mit dem Guaifenesin anzufangen.

Andere Ursachen für Zuckergelüste:

Durch die starke Erschöpfung verlangt der Körper schnelle Energie in Form von Zucker und Kohlenhydraten. Die Gelüste sollten bei zunehmender Energie durch den Therapiefortschritt mit der Guaifenesineinnahme abnehmen.

Was darf ich essen?

Dr. St. Amand hat jahrzehntelange Erfahrung mit FibromyalgiepatientInnen, die gleichzeitig an einer Hypoglykämie leiden.

Die Ernährung, die er empfiehlt, gleicht in vielen Punkten einer kohlenhydratarmen Ernährung wie sie bei Low-Carb, Paleo oder anderen Formen beschrieben wird.

Falls du eine Fibromyalgie hast, empfehle ich dir, seine Erfahrungswerte miteinzubeziehen. Denn er hat entdeckt, dass Fibromyalgiepatienten auf bestimmte Lebensmittel schlecht reagieren, die in Low-Carb noch „erlaubt“ sind.

Ich möchte hier einen groben Überblick geben, welche Lebensmittel bei einer Kohlenhydratunverträglichkeit problematisch sind:

  • Alle Formen von Zucker, einschließlich Honig, Sirup
  • Weißmehlprodukte
  • Nudeln
  • Reis
  • Kartoffeln
  • Mais
  • Linsen, Bohnen
  • Kürbis
  • Schokolade mit Zucker
  • Gesüßte Getränke und Säfte
  • Marmelade
  • Süßspeisen, Eis
  • Trockenfrüchte
  • Ketchup, Mayonaise ect. mit Zucker

Ernährungsempfehlungen:

  • 3 Scheiben Vollkornbrot, verteilt auf 2-3 Mahlzeiten
  • alle 4 Stunden ein Stück Obst (keine Bananen)
  • Xylit oder andere Süßstoffe als Ersatz
  • Butternut-Kürbis (kein Hokkaido!)
  • Gemüse, Salate
  • Fleisch, Fisch, Eier
  • Milch, Käse, Schinken
  • Wurst ohne Zuckerzusätze

Ausführliche Informationen findest du in seinem Buch (Link zu Amazon).

Körperfrohe Grüße

Elke Weigel

Heißhungerattacken, die psychisch bedingt sind

Heißhungerattacken können auch psychisch bedingt sein.

Wenn du eine Essstörung hast oder Stress dich zum Essen zwingt, können dir meine Körperübungen weiterhelfen. Lies weiter auf meiner anderen Webseite „KörperReich“:

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