Kartieren

Kartieren – was dein Körper meinen Händen verrät

Kartieren - Was dein Körper meinen Händen verrät

Fibromyalgie hat viele Gesichter. Es kann bedeuten, dass du Schmerzen am ganzen Körper hast, gegen die keine Medikamente helfen. Vielleicht bist du zusätzlich chronisch erschöpft und kraftlos. Oder du hast Probleme, dich zu konzentrieren, weil in deinem Kopf alles wie im Nebel abläuft. (Mehr Details zu den Symptomen findest du hier)

Was ist da los, in deinem Körper?

Gemeinhin denkt man, es liegt an zu viel Stress, zu wenig Entspannung oder zu viel Sport, schlechter Ernährung oder einem Trauma, das seine Spuren hinterlassen hat.

Das alles kann eine Fibromyalgie auslösen und verschlechtern, aber es ist nicht die Ursache.

Ursache ist ein Gendefekt im Bereich der Nieren. Dort werden zu wenig Enzyme gebildet, die dafür sorgen sollten, dass Phosphate, die du über die Nahrung zu dir nimmst, auch wieder ausgespült werden.

Dein Körper baut Phosphatlager ein

Da Fibromyalgie angeboren ist, beginnt der Prozess schon im frühen Kindesalter. 

Phosphate, die nicht ausgeschieden werden können, müssen irgendwo im Körper gelagert werden. 

Zuerst nehmen die Knochen das Phosphat auf. Wenn dort die Zellen überfüllt sind, gelangt es in die Muskelzellen und Sehnen und Bänder.

Schon bei kleinen Kindern kann man diese Phosphatlager ertasten! Am Nacken, an den Ellenbogen. Ab dem 8. Lebensjahr im linken Oberschenkel und mit den Jahren auch am Rücken und vielen weiteren Stellen.

Deine Zellen wollen nicht so viel Phosphate behalten, daher wird zusätzlich Zellwasser zurückbehalten, um das Phosphat zu umspülen. Dadurch kann die Zelle nicht mehr richtig arbeiten. 

Zellen voller Wasser und Phosphat schwellen an oder verspannen sich und diese Phänomene kann man ertasten.

Eine Landkarte deines leidenden Körpers

Als Tanz- und Körpertherapeutin arbeite ich nicht mit Berührungen, so war es für mich eine faszinierende Erfahrung, als ich das Tasten der Schwellungen und Verspannungen erlernte.

Dr. St. Amand ist ein Arzt der alten Schule, für ihn ist es selbstverständlich, dass er seine PatientInnen abtastet. Heute ist er 92 Jahre alt und hat die Technik perfektioniert. Er weiß genau, an welchen Stellen sich eine FibropatientIn anders anfühlt als ein gesunder Mensch. Er zeichnet die Störungen in einer Körperkarte ein und nennt das „Kartieren“. 

Ich erlernte seine Technik von einer der ersten Kartiererinnen in Deutschland, die seit 15 Jahren nach Dr. St. Amands Technik kartiert. Sie ist Physiotherapeutin und weiß genau, wann eine Stelle nur verspannt ist oder voller Ablagerungen.

Meine Hände sind mit ihrer Anleitung zu neuem Leben erwacht!

Am meisten fasziniert mich immer wieder, dass ich mit geschlossenen Augen mehr fühlen kann als mit offenen. Wir sprechen nicht während des Abtastens, es ist ganz ruhig im Raum und ich lege sanft die Hände oder Fingerspitzen auf und streiche sanft darüber.

Die PatientInnen sind dabei bekleidet. Denn so stört die Feuchtigkeit der Haut nicht die Wahrnehmung.

Manche Schwellungen sind so deutlich, dass ich sie beim ersten Darüberstreichen fühlen kann. Manche nehme ich erst wahr, wenn ich mehrmals getastet habe.

Das Abtasten erinnert mich ans Trommeln und Tanzen: Nur wenn ich entspannt und gleichzeitig konzentriert bin, gelingt es.

Signale werden von meinen Fingerspritzen aufgenommen und an mein Gehirn gesendet. Ich muss locker lassen und gleichzeitig ganz da sein. Bei dem Mensch, der vor mit sitzt oder liegt.

Dein Körper zeigt seine Geschichte

Die Kartierung bestätigt, dass du an Fibromyalgie leidest. Was du längst gespürt hast und was dein Arzt diagnostiziert hat, zeigt sich in den Schwellungen und Verhärtungen. 

Auch wenn du vorwiegend an chronischer Erschöpfung oder der Firbo-Depression leidest, bildet dein Körper die Phosphatlager.

Gesunde Menschen haben sie nicht und daher ist die Kartierung eine perfekte Methode, um mitzuverfolgen, wie die Guaifenesineinnahme wirkt.

Guaifenesin bewirkt an den Nieren, dass die Phosphate 6 Mal schneller ausgespült werden können. Das führt dazu, dass die Zellen mit samt dem Zellwasser die Phosphate auf den Weg zu den Nieren schicken. 

Das kann ich ertasten. Die Schwellungen werden zuerst weicher, manchmal teilen sie sich und dann lösen sie sich auf. Die Verspannung werden weicher und verschwinden.

 

Dein linker Oberschenkel ist ab jetzt dein Ratgeber

Ich bin völlig fasziniert von Dr. St. Amands Beobachtungsgabe. Er hat nämlich festgestellt, dass Fibromyalgiepatienten 5-7 Schwellungen und Verhärtungen am linken Oberschenkel aufweisen.

Und dass mit der richtigen Dosis Guaifenesin der linke Oberschenkel keine Schwellungen mehr aufweist. Gleichzeitig verschwinden die meisten Schwellungen am Rücken. 

Die Körperkarte sieht also nach einigen Wochen und Monaten deutlich anders aus.

Und mit der Kartierung können wir wissen, wie hoch deine Guaifenesindosis sein muss, damit du komplett beschwerdefrei werden kannst. Der linke Oberschenkel sagt es uns. Nimmst du 4 Wochen lang die richtige Dosis, sind die Muskeln dort weich und elastisch geworden.

Deswegen ist für alle GuaifenesinanwenderInnen der „Tag des freien Oberschenkels“ ein Jubeltag. Dann weißt du, jetzt kann dein Körper perfekt mit den Guai arbeiten.

Manche brauchen dazu 600 mg am Tag, die meisten zwischen 1200 und 1800, aber auch Dosiseinheiten von 3000 und mehr kommen vor. (Mehr zur Dosierung findest du hier.)

 

Die Kartierung zeigt, ob alles gut läuft

Die Guaifenesin-Therapie dauert sehr lange. Über Wochen und Monate reinigt sich dein Körper von den überschüssigen Phosphaten. 

Mit regelmäßigen Kartierungen kann ich feststellen, ob alles gut läuft. Werden die Schwellungen kleiner und allmählich weniger? Verschwinden die Verhärtungen?

Oder werden sie wieder mehr oder viel zu langsam weniger?

Es gibt mehrere Gründe, für einen schlechten Verlauf:

  • Zu wenig Guaifenesin, dann wird der linke Oberschenkel nicht frei und deine Beschwerden verbessern sich nicht so, wie es idealerweise sein könnte.
  • Eine Blockade durch Salizylate. Dann lagert der Körper erneut Phosphate ein und du hast wieder mehr Schwellungen und Beschwerden.
  • Ein schleppender Verlauf wegen der Cytochromwirksamkeit. Dein Zustand verschlechtert sich oder das Ausschwemmen der Phosphate kommt nicht richtig in Gang.

Das alles kann ich an der Kartierung erkennen und dich beraten, was du dagegen tun kannst.

Fragen zur Kartierung

  • Tut das Kartieren weh?

Nein, die Berührungen sind ganz sanft und langsam.

Es kann sein, dass du an manchen Stellen empfindlich bist, dann bin ich noch vorsichtiger. Nach einer Kartierung ist dein Körper in Aufruhr. Das merkst du daran, dass du müde wirst und eventuell den Rest des Tages schlapp. Aber das ist nur am Anfang so.

Die meisten Menschen empfinden das Abtasten als sehr entspannend und beruhigend. Der Körper mag es, so sanft berührt zu werden.

  • Wie lange dauert eine Kartierung?

Ich brauche dafür ungefähr eine halbe Stunde. Anschließend besprechen wir das Ergebnis und die weiteren Schritte. Rechne mit 1-2 Stunden für die erste Kartierung, für alle weiteren etwa 1- 1,5 Stunden.

  • Wie oft soll ich mich kartieren lassen?

Idealerweise einmal vor der Guaifenesineinnahme, damit wir wissen, wo du startest.

Je nach Reaktion deines Körpers auf das Guaifenesin, ist eine Kartierung nach 4-6 Wochen sinnvoll, eventuell auch später. Das besprechen wir in einem Telefonat. 

Falls der linke Oberschenkel nicht frei ist, besprechen wir, ob und wie du die Dosis erhöhen sollst und sehen uns nach weiteren 4 Wochen wieder.

Wenn alles gut läuft, reicht es, sich 1-2 Mal im Jahr kartieren zu lassen.

  • Muss ich mich ausziehen?

Nein. Idealerweise trägst du ein dünnes, glattes T-Shirt und eine Leggins, die nicht aus Synthetikfaser besteht. Ich bitte dich Socken und BH auszuziehen.

Falls du keine solche Kleidungsstücke hast, habe ich auch welche, die ich dir ausleihen kann.

  • Wo werde ich berührt?

An den Wangen, am Nacken und Hals.

Über dem Schlüsselbein.

Am Bauch. Am Rücken. An der Leiste. 

An den Schulter, Armen und Händen.

Beine, Füße, Hüfte und Po.

Wenn du irgendwo nicht berührt werden möchtest,  berücksichtige ich das natürlich.

An der Beispielkarte kannst du sehen, wo ich abtaste.

  • Kann ich auch ohne Kartieren mit der Guaifenesin-Einnahme starten?

Ja, das kannst du machen. Dann haben wir nur kein Bild davon, von wo du gestartet bist, da das Guaifenesin sofort anfängt Ablagerungen aufzulösen. Mehrere Erhöhungen der Dosis solltest du nicht ohne Beratung machen, weil es dann schwierig ist, zu sagen, wie hoch deine ideale Dosis ist. Aber manches kann man auch telefonisch besprechen.

  • Können Kinder auch kartiert werden?

Ja, Kinder haben als erstes Verhärtungen und Schwellungen im Nacken und kleine Knötchen an den Ellenbogen. Ab dem 8. Lebensjahr findet man das typische Bild am linken Oberschenkel.

 

Kartieren ist ein Abbild von deinem KörperReich

Die Methode und Theorie mit der ich Körperschemastörungen in meiner psychologischen Praxis behandle, nenne ich KörperReich-Ansatz.

 
Mit dem Kartieren und der Guaifenesintherapie hat das KörperReich für mich eine neue Dimension bekommen. 
 
Die Körper meiner Klientinnen in der Psychotherapie sprechen schon viele Jahre zu mir, mit Bewegungen, Atmung und Körperhaltungen. Wir erkunden es gemeinsam und suchen Wege für die Heilung.
 
Nun sprechen die Körper wieder zu mir, zeigen mir, wo der Gendefekt Schäden angerichtet hat, indem Schwellungen und Verhärtungen auftreten. 
 
Und wieder erlebe ich das, was mich immer so fasziniert:
Unser Körper ist nicht unser Feind!
 
Er will uns niemals was Böses, nicht einmal dann, wenn er Schmerzen hat oder nicht richtig funktioniert. Wir neigen nur dazu, ihn als Gegner zu erleben, weil er nicht so tut, wie wir gerne wollen.
 
Aber eigentlich hat er sogar mit der Fibromyalgie das Beste für dich getan. Er hat versucht, mit den überschüssigen Phosphaten fertig zu werden. 
Er hat es so abgelagert, dass der Rest der Körperfunktionen maximal erhalten bleiben kann.
Doch leider hat dieser Mechanismus Grenzen. Dann zeigt dir dein Körper, dass er nicht mehr kann.
 
Mit der Guaifenesineinnahme wird dein Körper wieder für dich arbeiten, damit du beschwerdefrei werden kannst. 
Und er zeigt es uns in weichen, elastischen Muskeln und dehnbaren Sehnen und Bändern. Und du wirst es fühlen!
 
Deine Muskeln werden sich entspannter anfühlen, du wirst beweglicher und kraftvoller werden.
Dein Körper ist dein Wunderreich, bald ohne Schmerzen und Leiden, voller Freude und Kraft.
 
Lies weiter im Artikel: Ist Heilung möglich? (erscheint demnächst!)
 

Beratung oder Kartierung?

Hast du Fragen zur Guaifenesintherapie?

Möchtest du beraten werden, ob die Guaifenesintherapie etwas für dich ist? 

Oder einen Kartierungstermin ausmachen?

Dann schreibe mir oder rufe mich an, ich freue mich!

Körperfrohe Grüße

Elke Weigel

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